Gemeinschaftspraxis für Hämatologie und Onkologie
Gießen

Dres. med. G. Schliesser, PD A. Käbisch, Chr. Weber, S. Tschischka (angest. Ärztin)
Fachärzte für Innere Medizin, Hämatologie/Onkologie

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Letzte Aktualisierung: 15.06.2018

Wissenswertes

Was sind Leukämien?

Leukämien sind Erkrankungen der Leukozyten. Als Leukozyten werden bestimmte Zellen des Blutes bezeichnet, die Aufgaben in der Immunabwehr des Körpers erfüllen. Der Begriff Leukämie -weißes Blut - beschreibt die Beobachtung, dass Blut von Leukämiepatienten durch die hohe Zahl von Leukozyten im Reagenzglas weiß/gräulich erscheint. Die Vermehrung der Leukozyten findet aber nicht im Blut selbst, sondern am Bildungsort aller Blutzellen im Knochenmark statt. So muss bei einer Leukämie die Anzahl von Leukozyten im Blut nicht zwangsläufig erhöht sein. Die für die Erkrankung typischen Veränderungen können auch nur am eigentlichen Ort der Erkrankung, im Knochenmark, sichtbar sein. Aus diesem Grund muss für die Diagnose der Erkrankung in den meisten Fällen das Knochenmark direkt untersucht werden. Hierzu wird unter lokaler Betäubung eine kleine Probe aus dem Beckenknochen entnommen.
Leukämien werden zum einen nach ihrem Verlauf in „akut“ und „chronisch“ eingeteilt. Bei akuten Leukämien nehmen die Blutbildveränderungen und Krankheitssymptome oft innerhalb von Wochen oder Monaten zu. Diese Formen der Leukämie benötigen daher eine rasche Behandlung. Im Gegensatz dazu verlaufen chronische Leukämien schleichend. Auch ohne Therapie kann man oft Jahre mit diesen Erkrankungen, ohne stärkere Symptome oder Einschränkungen, leben.
Die zweite Einteilung zur genauen Klassifikation einer Leukämie berücksichtigt die Art der die Erkrankung verursachenden Leukozyten. Leukozyt ist eigentlich ein Überbegriff für Abwehrzellen mit ganz unterschiedlichen Aufgaben im Körper. In Abhängigkeit von ihrer Funktion und ihrem Herkunftsort werden die Leukozyten in zwei große Untergruppen unterteilt. Zum einen Zellen, die ihren Ursprungsort im Knochenmark haben und daher als „myeloisch“ bezeichnet werden, und zum anderen Zellen, die man zum lymphatischen System rechnet und daher als Lymphozyten bezeichnet werden.
Somit lassen sich grundsätzlich vier verschiedene Leukämieformen unterscheiden, die „chronisch myeloische“ und die „chronisch lymphatische Leukämie“ sowie die „akute myeloische“ und die „akute lymphatische Leukämie“.

Symptome
Die Anzahl der Zellen in unserem Blut wird durch ein fein reguliertes Gleichgewicht von Neubildung und Abbau von nicht mehr funktionierenden, zu alten Blutzellen konstant gehalten. Bei Leukämien entsteht eine Gruppe von Leukozyten, die sich dieser Regulation entzieht. Die Anzahl der Leukämiezellen nimmt zu und stört zunehmend die auch weiterhin vorhandene normale Blutbildung. Dadurch kommt es zu einer Verminderung von roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten). Die Verminderung von roten Blutkörperchen führt zu einer allgemeinen Leistungsminderung, Abgeschlagenheit sowie Luftnot und Herzklopfen bei körperlicher Belastung. Thrombozyten werden hingegen zur Blutstillung benötigt. Bei einem Mangel an Thrombozyten treten leichter blaue Flecken, Nasen- oder Zahnfleischbluten auf.
Da die Leukozyten bei einer Leukämie mehr oder weniger in ihrer Funktion gestört sind kann es zudem vermehrt zu Infektionen kommen.
Insgesamt sind die Symptome jedoch nicht spezifische für Leukämien, sondern sind auch bei vielen anderen Erkrankungen zu finden.

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