Gemeinschaftspraxis für Hämatologie und Onkologie
Gießen

Dres. med. G. Schliesser, PD A. Käbisch, Chr. Weber, S. Tschischka (angest. Ärztin)
Fachärzte für Innere Medizin, Hämatologie/Onkologie

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Letzte Aktualisierung: 18.04.2018

Wissenswertes

Was ist Chemotherapie?

Die zur medikamentösen Behandlung von Tumorerkrankungen benutzten Substanzen werden unter der Bezeichnung Chemotherapeutika zusammengefasst, wobei genaugenommen zu der Medikamentengruppe auch die Antibiotika gehören. Bei Chemotherapeutika handelt es sich somit um eine Gruppe von Medikamenten, die bei ganz unterschiedlichen Tumorerkrankungen wirksam sind und sich auch in ihren Nebenwirkungen unterscheiden. Gemeinsam ist den Chemotherapeutika, dass sie in den Zellteilungsvorgang eingreifen und somit verhindern können, dass Zellen sich weiter vermehren. Da Tumorzellen sich besonders häufig teilen, können diese durch Chemotherapeutika abgetötet werden. Die Medikamente behindern jedoch auch für eine bestimmte Zeit die Teilung und damit Vermehrung normaler gesunder Zellen im Körper. Hierdurch erklären sich einige Nebenwirkungen, die während einer Chemotherapie auftreten können. So haben einige Chemotherapeutika auch eine hemmende Wirkung auf die Haarwurzelzellen, wodurch die Haare zu Beginn der Behandlung eine Bruchstelle erhalten. Dadurch kommt es ca. 2-3 Wochen nach der Gabe dieser Medikamente zu einem Ausfallen der Kopfhaare, während Augenbrauen und Wimpern, die langsamer wachsen, nur selten betroffen sind. Es gibt aber auch Chemotherapeutika, die nicht zu einem Haarverlust führen. Weitere sich häufig erneuernde und dadurch während einer Chemotherapie in ihrer Funktion gestörte Gewebe im Körper sind die Zellen der Blutbildung im Knochenmark und die Schleimhäute des Magendarmtraktes.
Um die unerwünschte Wirkung einer Chemotherapie auf die normalen Gewebe im Körper nicht zu stark werden zu lassen, werden Chemotherapien meist in Form von Therapiezyklen verabreicht. Das heißt, nach einer Medikamentengabe wartet man einen gewissen Zeitraum, bis die Wirkung auf gesunde Gewebe, z. B. die Blutbildung, völlig abgeklungen ist und wiederholt dann die Behandlung. Meist beträgt der Abstand zwischen zwei Therapiezyklen 2-3 Wochen, ist aber letztlich abhängig von dem jeweiligen Therapieschema.
Da Tumorzellen im Laufe einer Behandlung Mechanismen entwickeln können, die zu einer Abschwächung der Wirksamkeit von Chemotherapeutika führen, werden bei der Behandlung in der Regel Medikamente mit verschiedenen Angriffspunkten an der Tumorzelle miteinander kombiniert. Zudem erreicht man mit einer Kombination aus verschiedenen Medikamenten häufig eine höhere Wirksamkeit im Vergleich zu einer Behandlung mit nur einem Medikament. Man bezeichnet eine Kombination aus verschiedenen Medikamenten als "Therapieschema". Der Name eines solchen Therapieschemas wird aus den Anfangsbuchstaben der verwendeten Medikamente gebildet. So wird z. B. das Therapieschema aus der Medikamentenkombination Cyclophosphamid, Hydroxydaunorubicin, Oncovin und Prednison mit der Buchstabenkombination "CHOP" abgekürzt.

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